Dienstag, 26. November 2013

Wäsche Prokrastinationsfotografie

Wäsche waschen ist langweilig und hat außer der völlig banalen Reinigung von Kleidung, die man überhaupt nicht dreckig machen wollte, die aber trotzdem aus perfide schicksalhaften Gründen dreckig wird, keinen wirklichen Sinn. Zudem kann ich Waschmaschinen nicht ausstehen, vor allem nicht im Schleudergang (traumatisches Erlebnis mit wild umher schlagender Wäschetrommel etc).

Darum war ich ganz froh, als vor gut einem Jahr meine eigene Waschmaschine den Geist aufgab. Jetzt steht sie in ihrer Ecke im Bad und wenn ich sie ansehe denke ich "Gott sei Dank ist das Höllenbiest tot!". Waschen muss ich natürlich trotzdem, aber wie der Zufall so spielt ist einer der wenigen leipziger Waschsalons nur einen Katzensprung von meiner Wohnung entfernt.

Das Waschen unter fremdem Dach gefällt mir zwar deutlich besser als das Waschen in den eigenen vier Wänden, das bedeutet jedoch nicht, dass ich mich darauf freue. Wie bei so vielen lästigen Lebens-Gegebenheiten, zu denen ich nie meine Zustimmung gegeben habe (die Notwendigkeit zu Putzen, die Notwendigkeit den Hochsommer zu erleben, die Notwendigkeit seine Haare zu reinigen...), lautet auch beim Waschen die Regel: Vermeiden, solange es geht!

So fand ich mich gestern, als ich die Wäsche schon zusammen gesucht und bereit zum Transport in ihrer blauen Ikea-Tasche verstaut hatte, plötzlich vor dem Fenster wieder, wo ich unter allen Umständen genau jetzt und zu keinem anderen Zeitpunkt mein zweites Kameraobjektiv ausprobieren und dringlichst die kauernden Tauben auf dem Gebäude gegenüber dokumentieren musste. Nachdem ich das zu meiner Zufriedenheit erledigt hatte, war es zum Waschen natürlich irgendwie doch schon zu spät und überhaupt, Essen machen und Babylon 5 und so.

Heute habe ich mich dann doch aufgerafft und für ein wenig Motivation gesorgt, indem ich mir die Aufgabe gestellt habe, während der lästigen Wäsche-Wartezeit ein wenig zu Spatzieren und dabei in der Dunkelheit möglichst unverschwommene Bilder zu knipsen.
Zusätzlich stand es mir im Zuge der ganzen, nervigen Operation ja auch offen, den Waschsalon selbst zu fotografieren und das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Kein Ort auf der Welt steht so sehr für städtische Melancholie und Anonymität, wie ein Waschsalon und darum ist jeder Mensch mit Kamera eigentlich dazu verpflichtet, mindestens einmal dort Fotos machen.

Anstatt weiter lange pseudo-intellektuell rumzulabern, könnte man auch einfach sagen: ich war faul und störrisch und habe deshalb Prokrastinationsfotografie betrieben. Hier die Ergebnisse. Erst die Tauben. Dann der Rest.
Und: im Waschsalon war es deutlich wärmer als draußen, darum gab es Nebel auf dem Objektiv und das sieht man ein wenig. Eh.








Samstag, 23. November 2013

Dortmunder Allerlei

Hier ein wenig mehr Kram, der sich während meiner Zeit in Dortmund angesammelt hat. Das große Gebäude mti dem Turm ist übrigens der Saalbau in Dortmund Mengede. Das nur der Vollständigkeit halber.










Dienstag, 12. November 2013

Heimatbesuch: Borghorster Stadt-Sterben

Wohl dem, der Heimat hat - vor allem wenn sie so schön ist, wie Steinfurt-Borghorst. Ich lade herzlich ein zu einem Spaziergang durch eine deutsche Geisterstadt. Sicher, ich habe natülrich nur die leerstehenden Geschäfte fotografiert, allerdings kann man in der Borghorster Innenstadt tatsächlich von einem Leerstand von ca. 60% ausgehen. Gefühlt sind es 90%, vor allem bei Regen und wenn mitten am Tag kein Mensch unterwegs ist.
Inspiriert wurde ich zu dieser Reihe übrigens von Anna Hammer, die das Innenstadt-Sterben in ihrem Heimatort schon vor einiger Zeit sehr eindrucksvoll dokumentiert hat.