Sonntag, 16. Februar 2014

Betrachter einer Ausstellung - HGB Rundgang 2014

Die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig lädt jedes Jahr zum sogenannten HBG Rundgang ein, bei dem Studierende, Meisterschüler, Abendkurs Teilnehmer und sonstige Schaffende ihre Werke präsentieren. Nachdem ich schon drei Mal von meiner Freundin Anna vergebens dazu eingeladen wurde ihr beim Kunst-Ansehen beizustehen, habe ich mich dieses Jahr endlich ihrer Anfragen erbarmt und es mir dann angeschaut, das große Künsteln.

Dem in der Betrachtung hin und her geneigten Zuschauer bot sich ein wilder Querschnitt durch alles, was die HGB zu bieten hat. Neben vielen sehr gelungen und vielen nicht so dolle gelungenen Ausstellungsstücken, die wir geflissentlicht und fachkundig studierten, gab es aber noch ein viel spannenderes Sujet zu bestaunen: die Besucher der Ausstellung selbst. Hier handelte es sich vor allem um die Studierenden, die sich allerorten auf den Gängen bei Mate-Vodka intellektuell-kreativ kreis-befruchteten und beim regem Gespräch zu pulsierender Musik eine Pause von der Vintage-Modenschau einlegten, die sie in den Ausstellungsräumen selbst veranstalteten.

Waren es eben jene farbenfrohen Menschen, die mich dazu veranlassten ganz profan-prätentiös auf Foto-Jagd zu gehen, oder war es die mich umkreisende "Kunst" und Kunst? Ich weiß es nicht, sicher weiß ich nur, dass ich bald dem Großwildjäger gleich mit meiner Equipe aus ebenfalls Kamera-Bewaffneten durch die Räume schlich, stets auf der Suche nach einem netten Hinterkopf, der in stille Betrachtung versunken vor der Kunst stand. Ein paar habe ich gefunden. Auch ganze Körper.
Einige Motive musste ich mit echtem Nachdruck jagen, so stand zum Beispiel die Dame in der auffälligen Jacke mit Blättern und Blüten kaum still und es dauerte drei Räume, bis ich Glück mit ihr hatte. Man kann nicht behaupten, ich hätte für diese Bilder Mühen gescheut. Ein paar gefallen mir sogar.